Wildcampen am Berg – Geregelt statt verboten
Wildcampen findet statt – mit oder ohne Erlaubnis. Die Frage ist nicht ob, sondern wie. Das geltende faktische Verbot drängt es ins Unkontrollierte und produziert damit genau die Schäden, die es verhindern soll. Liberale Politik nimmt die Realität ernst und gestaltet sie, statt sie wegzuwünschen.
Der Weg ist erprobt. In Madeira etwa ist freies Wildcampen untersagt – erlaubt ist das Übernachten nur auf ausgewiesenen Flächen, für die man vorab eine kostenlose Genehmigung beantragt, die der Steuerung der Belegung dient. Die Beantragung läuft online, die Bestätigung ist mitzuführen und der Forstaufsicht auf Verlangen vorzuzeigen. Feuerverbot und Müllmitnahme sind selbstverständlich. Tirol kann diesen pragmatischen Mittelweg übernehmen und mit seiner ohnehin starken Tourismus- und Wanderinfrastruktur verbinden.
Das Tiroler Recht erlaubt schon heute Ausnahmen vom Kampierverbot – allerdings nur als kurzfristige Notlösung für Einzelanlässe, nicht als planbares, dauerhaftes Angebot. Genau diese Lücke schließt der Antrag: ein verlässliches Naturplatz-Netz statt punktueller Ausnahmen. Dass Zelten im Wald an die Zustimmung der Grundeigentümer gebunden ist und Schutzgebiete ausgenommen bleiben, macht den Vorschlag nicht schwächer, sondern umsetzbar.
Geregeltes Wildcampen ist kein Naturschutzrisiko – es ist Naturschutz mit Hausverstand: Wer Menschen ein gutes, legales Angebot macht, lenkt sie weg von den sensiblen Flächen und hin zu kontrollierbaren Plätzen. Das ist gut für die Natur, gut für den Tourismus und gut für alle, die den Berg lieben.
Die JUNOS Tirol fordern daher:
· Durch die Gemeinde oder Bezirksbehörde ausgewiesene Naturplätze am Berg. Flächen, auf denen das Übernachten im Zelt ausdrücklich erlaubt ist – auf geeignetem Gelände und im Einvernehmen mit den Grundeigentümern. Aus dem pauschalen Verbot wird ein gesteuertes Angebot.
· Digitale Buchung mit Kapazitätslimit nach Pilotphase. Eine einfache, kostenlose Online-Plattform, über die man seinen Platz vorab reserviert. Pro Platz und Nacht gilt ein Limit – so wird Überfüllung verhindert und der Andrang sinnvoll verteilt. Die Bestätigung ist mitzuführen.
· Klare Spielregeln. Kein offenes Feuer, den eigenen Müll restlos mitnehmen, in der Regel nur eine Nacht pro Platz. Wer den Platz nutzt, hinterlässt ihn so, wie er ihn vorgefunden hat.
· Schutzgebiete bleiben tabu. Naturschutzgebiete, der Nationalpark Hohe Tauern und ökologisch besonders sensible Zonen sind ausgenommen. Geregeltes Wildcampen heißt nicht überall – es heißt: dort, wo es verträglich ist.